Kronstadt ist nicht nur eine Stadt, sondern ein Lebensgefühl, das man am besten unter einem Motorradhelm spürt. Auf der Motorradtour durch Siebenbürgen, die zwischen dem 3. und 10. August 2025 stattfand, war diese Stadt der Punkt, an dem Abenteuer mit Entspannung verschmolz. Unsere Gruppe war eine ganz besondere: 10 Briten über 50 Jahre, ein Mix aus erfahrenen Fahrern und Begleitpersonen – Menschen, mit denen wir uns vom ersten Tag an bestens verstanden haben. Obwohl wir einen perfekten Start hatten und in unserer Pension in der Maramureș königlich bewirtet wurden, bereitete uns das Wetter unterwegs einige Kopfschmerzen. Doch als wir Kronstadt erreichten, verzogen sich die Wolken und die Atmosphäre entspannte sich sofort.
Die Stadt ist schlichtweg überschwänglich, ein Ort, an dem neue Technologien und moderne Cafés organisch mit engen mittelalterlichen Gassen verschmelzen. Die Schwarze Kirche, dieser riesige Steinbau, der die Altstadt dominiert, flößt allein durch seine Präsenz Respekt ein und bewahrt noch immer die Spuren des großen Brandes vor hunderten von Jahren. Auch wenn man kein professioneller Historiker ist, kann man die Schwingungen der Verteidigungsmauern und der Weberbastei förmlich spüren. Kronstadt hat diesen europäischen „Vibe“, aber gepaart mit einem balkanischen Geheimnis, das Ausländer fasziniert – besonders, wenn man ihnen die Legenden hinter den schweren Holztoren erzählt.
Robert und Maxine, zwei Mitglieder der Gruppe, waren restlos begeistert von der Organisation – von den technisch anspruchsvollen Routen bis hin zu den gelungenen Abendessen, die zum Höhepunkt eines jeden Tages wurden. Nach vielen gefahrenen Kilometern gibt es nichts Vergleichbares zu einem kühlen Bier auf dem Rathausplatz (Piața Sfatului), während man das Treiben der Stadt im warmen Abendlicht beobachtet. Es ist der Moment, in dem sich die Geschichten über die gefahrene Strecke mit den Plänen für den nächsten Tag vermischen und die Müdigkeit wie durch ein Wunder verschwindet.
Natürlich wäre kein Besuch in der Gegend komplett ohne einen Stopp bei Schloss Bran. Auch wenn alle Touristen den Mythos von Dracula suchen, hat uns als Motorradfahrer vor allem die Straße begeistert, die sich zum Schloss hinaufschlingelt, sowie seine dramatische Silhouette, die den Himmel durchbricht. die mysteriösen Geschichten des Ortes fesselten die Briten und gaben ihnen die Dosis Legende, die sie in Transsilvanien gesucht hatten. Kronstadt hat uns daran erinnert, dass es bei einer Reise, jenseits der Leistung des Motorrads oder der Qualität des Asphalts, um Menschen geht, um Orte mit Seele und um die Ruhe eines Abends, den man mit neuen Freunden verbringt.