Wenn es in Rumänien einen Ort gibt, an dem man wirklich das Gefühl hat, dass der Berg über einem zusammenbricht, dann ist es die Bicaz-Klamm (Cheile Bicazului). Eine Abfolge von engen Kurven, tief in das Herz des Felsens geschnitten, wo die vertikalen Wände über deinem Helm zu verschmelzen scheinen. Diese Erfahrung, erlebt zwischen dem 5. und 12. Juni, war der Funke, der mich motivierte, zu schreiben und die Magie der Straße mit anderen zu teilen. Ich war frühmorgens in Richtung Klamm aufgebrochen, in jener vollkommenen Stille, die nur Bergstraßen vor der Hektik des Tages eigen ist. Die Sonne begann mutig zwischen den Gipfeln hervorzukommen und filterte ihre Strahlen in einem spektakulären, fast surrealen Licht, das jede Kurve in ein lebendiges Bild aus Schatten und goldenen Reflexionen auf dem kalten Stein verwandelte.
Diese Motorradtour durch Siebenbürgen war umso spezieller, da ich eine Gruppe von acht deutschen Fahrern an meiner Seite hatte – Menschen, die gekommen waren, um Rumänien zu entdecken, und mit denen ich eine enge Freundschaft geschlossen habe, gefestigt durch den Klang der Motoren und den Respekt vor den Bergen. Diese Serpentinen im Tandem zu durchfahren, die Vibration der Straße zu spüren und die Erhabenheit der Natur zu bewundern, gibt einem ein Gefühl von Freiheit, das schwer in Worte zu fassen ist. Ich empfehle jedem Motorrad-Enthusiasten von ganzem Herzen, diese Klamm zu besuchen; sie ist nicht nur eine spektakuläre technische Route, sondern die Durchfahrt durch ein natürliches Steintor, das einen daran erinnert, warum wir das Leben auf zwei Rädern so sehr lieben.